Informationen zur Mikrobiologie
Auf und in Nahrungsmitteln leben unglaublich vielfältige Mikroorganismen. Die WHO hat eine Liste von mehr als 250 Arten von Nahrungsmittelinfektionen zusammengestellt. Zwei Bakterienarten treten in letzter Zeit häufig auf, Salmonellen und Listerien.
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Salmonellen sind in der Natur weit verbreitet; auch wenn sie im gesamten Tierreich vorkommen, betreffen sie doch hauptsächlich die Geflügelzucht. Sie sind im Verdauungstrakt von Menschen und Tieren anwesend und werden durch deren Ausscheidungen an die Außenwelt abgegeben. Werden diese spezifischen pathogenen Bakterien durch fäkalienbehaftetes Wasser oder Nahrungsmittel aufgenommen, rufen sie Krankheiten hervor (fäkale Kontamination). In den Entwicklungsländern sind Salmonellen die Hauptursache der Kindersterblichkeit und in den Industrieländern bleiben sie eine ständige Gefahrenquelle.
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In den meisten Fällen rufen Salmonellen lebensmittelbedingte Toxi-Infektionen hervor. Sie gelangen durch die Aufnahme von kontaminierten Nahrungsmitteln (rohe oder unzureichend gekochte Eier, Mayonnaise, Kremtorte, Wurst, Fleisch) in den Körper; meistens erfolgt die Kontamination durch Eier und mit Eiern hergestellte Produkte. Die Aufnahme von Salmonellen, die sich in einem Nahrungsmittel vermehrt haben, können sich diese an den Dünndarmzellen ansiedeln, falls das Inokulum die Abwehrkräfte des Darms überschreitet. Eine Infektion wird im Allgemeinen erst durch eine minimale Dosis von 105 Erregern hervorgerufen. Die häufigsten Anzeichen einer Infizierung sind Erbrechen und Durchfall, beide klingen innerhalb von 2 bis 5 Tagen ab. Bei Säuglingen, immuno-depressiven und älteren Menschen kann die Infektion bedeutend schwerer verlaufen.
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Listerien sind tellurische Bakterien, die in der Umwelt (Boden, Pflanzen, Süβ-und Meerwasser) weit verbreitet sind und sich als sehr resistent erweisen (mehrere Jahre bei +4° C). In der Nahrung kommt Listeria Monozytogenes in häufig stark kontaminierten Milchprodukten vor: Frischmilch (45% der Kontamination), Käse sowohl aus pasteurisierter wie auch aus nicht pasteurisierter Milch. |
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Eine korrekt durchgeführte Pasteurisierung tötet die Listerien ab: die Verunreinigung nach der Pasteurisierung wird durch mangelnde Hygiene während der Reifung verursacht. Listeria Monozytogenes findet sich außerdem in Fleischprodukten (41% des tiefgefrorenen Hackfleischs, 32% der rohen Wurst, 60% des geräucherten Fischs). Die Bakterien vermehren sich bei Temperaturen unter 4° C, was die längere Aufbewahrung der Lebensmittel problematisch gestaltet. Ob eine Listeriose als Krankheit manifest wird, scheint vom Zusammenspiel verschiedener Faktoren abzuhängen: besondere Virulenz bestimmter Stämme, Kontamination durch ein massives Inokulum , Immunsystem des Trägers. Listerien dringen über den Verdauungstrakt ein. |
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Listeriose
befällt Menschen und Tiere. Besonders gefärdet sind: |
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Verwendung der Mikroorganismen für die Ernährung
Manche Bakterien spielen eine sehr nützliche Rolle für die Ernährung. Als Louis Pasteur geboren wurde, hatte man keine Ahnung, warum aus Traubensaft Wein wird und wie Wasser und Mehl zu Brot werden, doch hatte der Mensch bereits in der Vorzeit gelernt, Brot und Wein herzustellen. Während seiner Arbeiten zur Vergärung fand Pasteur heraus, dass der Gärprozess von Mikroorganismen hervorgerufen wird. Er beobachtete vergärte Stoffe unter dem Mikroskop und entdeckte, dass sich auf der Oberfläche von saurer Milch kleine Blasen bilden und vermehren. Daraufin entnahm er Proben, mit denen er frische Milch anreicherte und dadurch eine sofortige Milchsäurevergärung hervorrief. Nach und nach wies er nach, dass Milch, Traubensaft und mit Wasser angereichertes Mehl nur dann vergären, wenn sie in Kontakt mit in der Luft enthaltenen Mikroorganismen kommen. Steht den Mikroorganismen kein Sauerstoff zur Verfügung, bauen sie zu ihrer Ernährung organische Moleküle, meistens Glukose, ab. Die Vergärung ist also ein teilweiser Abbau von Molekülen und das übriggebliebene Produkt (Äthylalkohol, Milchsäure...) verändert den Geschmack und die Textur des Nahrungsmittels.
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Die
Eigenschaften von Hefe werden beim Vorgang der natürlichen Vergärung
sichtbar. Man macht sie sich seit der Antike nutzbar. Erst zwischen 1857
und 1863 wies
Louis Pasteur die Rolle der Hefe bei der Vergärung nach und schloss daraus,
dass es sich um
Mikroorganismen handelte. Der Verbraucher kennt vor allem zwei Hefearten:
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